Plattformökonomie verdrängt freien Wettbewerb

10. April 2022 0 Von Handwerk

Bei der sich immer mehr breitmachenden Plattformökonomie, in diesem Fall für das Handwerk beschrieben, sehe ich Problematiken. Des Weiteren möchte ich auf das DHI (Deutsches Handwerksinstitut e. V.) hinweisen, dass Aufgaben evaluiert und über die Verbände und die Politik implementiert.

Zuerst möchte ich auf das „DHI“ verweisen:

Zitat

Aufgabe des D H I ist es, den Wirtschaftssektor Handwerk im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Wandel unter Berücksichtigung von nationalen, europäischen und internationalen Zielen für eine nachhaltige Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene zu unterstützen, und so einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des Handwerks in Deutschland zu leisten.“

Weiter heisst es:

Zitat

„Durch wissenschaftliche Studien sowie durch die Entwicklung, Erprobung und Evaluation von Modellvorhaben trägt das D H I bei der Erreichung weiterer Ziele bei:

  • Sicherung der Betriebe und Erhalt von Arbeits‑ und Ausbildungsplätzen im Handwerk
  • Sicherung der Dienstleistungsfunktion des Handwerks für die Bevölkerung in den Regionen
  • Erhalt der Ausbildungsleistung des Handwerks für das Handwerk, die Gesamtwirtschaft wie auch die Gesellschaft
  • Fachkräftesicherung für das Handwerk und weitere Wirtschaftsbereiche
  • Unterstützung der Politik bei der Initiierung und Umsetzung gewerbefördernder Maßnahmen für das Handwerk
  • Verankerung des Wirtschaftsbereiches Handwerk in der Forschung, auch im Hinblick auf die Gewinnung von Fachkräften

Dafür werden im D H I aktuelle und künftige Fragestellungen und Herausforderungen identifiziert, bewertet und analysiert, um wissenschaftlich fundiert Instrumente, Studien und Handlungsempfehlungen bereitzustellen.“

Zwischenbemerkung: Haben wir hier in der „BRD“ nicht den freien Markt, der sich selbst regelt und sind es nicht die Organe, wie Innungen (als Vertreter der Handwerks-Unternehmer) und die Kammern, die dies vollziehen, als „Körperschaften des öffentlichen Rechts“? So werden durch den erlauchten Kreis des Instituts Handlungsweisen über die Verbände und Kammern in das Handwerk implementiert und sind somit nicht transparent erarbeitet und entziehen sich der Entscheidungsgewalt der Betroffenen, es entstehen Interessenkonflikte. Die Problematiken, die hier beseitigt werden sollen haben doch einen Hintergrund und sind nicht einfach so erschienen. Die Souveränität des Handwerks, bzw. der Handwerker an sich ist wohl ausreichend für eine Analyse der Thematiken und durchaus ohne Institute im Stande, den Bedarf, ohne Eingriff Dritter zu evaluieren und Handlungsweisen zu erarbeiten! Hier ist die Axt an der Freiheit des Handwerks schon sehr weit eingedrungen.

In der daraus folgernden „Dachstrategie“ (Link zum PDF) soll das Alleinstellungsmerkmal (?!) des „DHI“ ausgebaut werden. Ist unsere Entscheidungsgewalt noch von Relevanz?

Zitat

„Zielgruppen
Zielgruppen der Leistungserbringung des D H I sind insbesondere die Handwerks-
organisationen und die Politik.
Hauptsächlich ist das D H I für das Handwerk tätig. Die durch Studien und Analysen,
entwickelten und erprobten Instrumente erreichen die Betriebe über die Handwerks-
organisationen. Im Zusammenhang mit der Unterstützung der Handwerksunter-
nehmen stellen die Berater des Handwerks eine besondere Zielgruppe des D H I dar.
Für die Politik entwickelt das D H I wissenschaftlich fundierte Analysen, Studien und
Handlungsempfehlungen.
Über wissenschaftliche Beiträge, die in renommierten Journalen referiert werden, die
Durchführung von Lehrveranstaltungen und die Betreuung von Qualifizierungsarbeiten
richtet sich das D H I an die wissenschaftliche Community. Dadurch wird erreicht,
dass der Wirtschaftsbereich Handwerk bekannter wird, auch im wissenschaftlichen
Forschungsbereich präsent ist und spezifische Perspektiven des Handwerks
eingebracht werden. Darüber hinaus ermöglichen die Universitätsanbindungen der
D H I-Institute, wissenschaftliche Erkenntnisse aufzugreifen, um sie für das Handwerk
aufzubereiten.“

Vor dem Hintergrund der z.B. Arbeitslosenzahlen, der Zuwanderung, Digitalisierung, etc. ist eine differenziertere Herangehensweise grundsätzlich notwendig, da die relevanten gesamtgesellschaftlichen Diskussionen noch keinen Konsenz gefunden haben, bzw. nicht, oder nur einseitigt geführt wurden, Aus dieser Sicht betrachtet ist es fraglich, ob und in welchem Umfang das Papier des DHI, als Grundlage der Dachstrategie, eine ausreichende Geltung hat. Hier ein Link zu „Zukunftsthemen und Handlungsfelder zur
Dachstrategie des Deutschen Handwerksinstituts“

Aus meiner Sicht haben wir hier eine weitere Zentralisierungsbestrebung, mit der Folge, dass eine, so Gesetz, nachhaltige Wirtschaftsordnung nicht mehr stattfinden kann und die Rechte, bzw. Handlungsfreiheiten immer weiter eingeschränkt werden.

Weitere Probleme, die sich hier auftun, sind z.B. Plattformökonomien, die auf Online-Portalen Kunden akquirieren und diese dann an Handwerksbetriebe vergeben. Es ist dann also nicht mehr so, dass der vermeindliche Kunde beim Handwerker (bestenfalls vor Ort, weil auch umweltfreundlicher) anruft, sondern das Plattform A, die keinerlei Leistung erbringt, aus Hamburg den imaginären Auftrag an gelistetes Unternehmen B in Köln weitergibt. Dies erinnert mich an unlauteren Wettbewerb, zumindest aber an im Ende marktbestimmender zentralistischer Monopolwirtschaft.

Dies wären z.B. Themen, die glaubhaft auf den Tisch kommen müssen und zwar transparent!

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